Sonntag, 17. November 2013

und der Igel sprach: "aufgewärmtes Futter ist kalter Kaffee"


Der Supergau im Kopf. Die totale Überforderung die dann und wann eintreten kann, wenn zu viele Dinge auf einmal in eine Ordnung gebracht werden wollen. Im Grunde ist es schier unmöglich eine lineare Folge nicht nur zu arrangieren sondern sich auch an sie zu halten. Halten, verhalten, abhalten, anhalten und nur weil der Igel es kann, auch fern-halten.

Gelingt es jedoch unter Umständen, die frei von jeder Konditionierung sind, den Totalausfall zu vermeiden, ist es wie ein Feuerwerk und man hat das Gefühl, man stehe auf der richtigen Seite der Macht.
Aufgewärmte Beziehungen sind ebenso geschmacklos wie aufgewärmtes Essen. Die meist nahrhaften Geschichten die das Leben schöner machen, sind ehrlicher weise beim zweiten Verzehr eben auch nur zweite Wahl.
Ohne Zweifel schmecken nur die wenigsten Gerichte nach dem Aufwärmen besser. Dem Igel für seinen Teil fallen bis heute keine adäquaten Gründe ein a) Gerichte oder wahlweise b) gescheiterte Zusammenkünfte wieder aufzuwärmen. Geht man eine Etappe zurück und wendet jenes Kalkül auf die Zusammenkunft an, so ist währenddessen die Nahrung ihrer selbst, eine Vorstellung zweier die immer und immer wieder dasselbe konsumieren und schlimmstenfalls vergessen haben, wie es eigentlich mal geschmeckt hat. "Fatal" sagte der Schwan und stieg von der Ente.

Doch all die humoristischen Metaphern für eine Zeile beiseite, so ist es doch am Ende des Tages Ziel a) und b) immer gleich gut schmecken zu lassen. Zu der Nummer gehören entweder zwei Menschen die sich nicht satt werden oder ein Koch im Lokal seines Vertrauens der den Geschmack niemals zu verlieren scheint.
Paradox, doch kommt der Igel nicht umhin sich zu fragen, ob es in diesen vorgeschlagenen Variationen nicht etwa vergleichbar wie auf einem Friedhof ist, wo die Menschen ihr Leben geben würden um dahin zu kommen. Man gibt ab diesem Zeitpunkt sein letztes Hemd, die letzte Brise der „was kostet die Welt Einstellung“ und weil es weiß ja keiner, sein Herz.

Ist der Schrank und das Konto dann leer ist es nur noch einen Schritt zum automatisierten Supergau der Gedanken. Dann entscheidet das Mobilfunktelefon welche Posteingänge unter dem Fach „Sonstiges“ landen. Wäre die Nummer sinnvoll, so würde ein aufgewärmtes Mahl besser schmecken, als frisch zubereitet und für jeden einzelnen gäbe es zwei bis siebzehn Briefkästen am Haus, an der Wohnungstür, vor dem Grundstück und vor allem einen Mülleimer der ständig überquellen würde, für Werbung.

Der Überbringer könnte sodann entscheiden, wie es technisch ebenfalls mitunter unkontrollierbar geschieht, welche Botschaft für den Empfänger, zu welcher Kategorie passt.
Bestenfalls landen dann Rechnungen im Müll und die Gutscheine, Weihnachts-, Geburtstags-, und Valentinsgrüße im Prioritätskasten. (Auch bekannt als Posteingang, Freunde und Bekannte oder direkt auf den Kasten getackert.)
Für eine Beschwerde ist es meist zu spät und das Einzige was bleibt, ist die Erkenntnis sich mit Tatsachen manchmal einfach abfinden zu müssen und das was man ändern kann, auch ändern zu wollen.

Der Igel für seinen Teil vergleicht schon seit jeher gern mit kaltem Kaffee.
Ist a) oder b) nicht mehr schmackhaft, gibt es glücklicherweise an mindestens jeder Ecke einen Starbucks, an jeder zweiten einen Bäcker und im Notfall einen Flug bis dorthin, wo er ihn ernten kann.

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