Dienstag, 19. Oktober 2010

Oktober_Federn



Also abgesehen von all den Hürden, Findlingen und Schluchten die einem täglich in den Weg gelegt werden, ist es gar nicht so einfach.
Einfach im Sinne von: simpel, gar leicht.


Ich für meinen Teil bin trotz dieser unendlichen Phasen von Tagen die unaufhaltsam aufeinander folgen, hoch motiviert wie ein Hürdenläufer auf einer Überdosis Tic Tacs über diese zu springen.
Wie bei jedem Wort das zu viel abgetippt werden kann, verhält es sich mit den Worten die in einer Beziehung zweier Menschen die länger als zwei Wochen dauert, ausgetauscht werden.

Der kurze Sommer der quasi für sich selbst spricht, der warme Spätfrühling in Herbstmonaten verkleidet der durch die zunehmend längeren Tage mehr als nur vier Blicke erwartet.
Der Sinn vom gar nicht leichten wird nicht simpler wenn nicht nur die Kleidung sondern auch Arbeit und Bettdecken zu Federn gewechselt werden.
Die Decken zu tauschen scheint zwar nach einem ungeheuerlichen Akt, doch ist wenigstens abzusehen das den Federn nicht die Luft ausgehen kann. (wenn das nicht Mut macht.)

Mittwoch, 13. Oktober 2010

der springende Punkt

Damen und Herren, Panda-liebhaber und Herbsthasser,

es ist soweit:
die Lebkuchen stehen seit vier Wochen in den Regalen, die Kirchen werden voller und die Schuhläden werden leer gefegt von all jenen die der Meinung sind, dieses wird der härteste Winter aller Zeiten und ohne tote Tierschuhe werden sie es nicht überleben.


Die Plätze in den Kirchen werden mit Geheimcodes der älteren Mitbürger gekennzeichnet, damit sie am heilig Abend trotz Kurzsichtigkeit die Zeilen auf des Pastors Rede mitlesen können.
Wie auch immer, die Sonne scheint, mal hier, mal da, mal weniger, mal gar nicht.

Aber da gar nicht, gar nicht zusammengeschrieben wird, ist auch alles andere getrennt.
Nicht nur Spreu vom Weizen, auch Winterfell vom allgemeinen Hausschwein, der Schaum des morgendlichen Chocochinos und Stratiatella-eis wird ohne Stückchen simpel zu Vanille in hart.

Unaufhaltsam pellt sich jeder in dickere Stoffe, wird freiwillig zu Bällchen mit Beinen.
ps. umso kürzer die Beine desto mehr kommt die Ballform zur Geltung.
„der springende Punkt“.











Die Revolution war geschehen,
die Flugblätter zuletzt nicht mehr wehten.

Die Zeitungen einst weiß, nun gelb,

es war die Revolution,
man hat das Neue gewählt.

Dienstag, 7. September 2010

so wie früher...

Früh im Sinne von: Samstags und Sonnabendmorgen wenn in aller Herrgotts-frühe die nicht mehr jungen dennoch weiß-silberhellen Männchen zum Bäcker 7.30 los laufen um dann erhaben gegen 8.30 mit ihrer Trophäe balanciert vor ihren grünen und beigen Umhängen nach Hause zu stolzieren.
Ihr Superheldencape frisch gebügelt und im Wind wehend, halten sie die frischen Backwaren in ihren Händen um ein Frühstück das seines Gleichen sucht, der Dame, der sie seit über 30/40 Jahren die Treue schwören, zu servieren. Mit einem Lächeln, den schwarz weißen Blättern unter der Linken transportieren sie Wissen und Unterhaltung, die am Tische einen fliegenden Wechsel und frischen Wind in die 4 Ecken jenes Raumes pusten werden.
Ein Weg der 3 Stunden einer Beschäftigungsmaßnahme gleicht, ist doch traditionell und voll von romatisierenden Momenten.
Sollte auch nur wie jeden Sonntag die untere Hälfte des Brötchens ihm und die obere ihr gehören, so ist dies eine immer wiederkehrende Aufmerksamkeitsbekundung der abgespeicherten Bedürfnisparaden einer Symbiose.
Auch er, der seine zwei Stücken Zucker im Kaffee Leid ist, würde seiner Liebsten nie einen Schluck dieser Tasse zu ertragen, gar verwehren.
Sie verwechseln Salz und Zucker und lachen Tränen. Das Wetter spielt im großen und absolut Ganzen keine Rolle mehr, wenn es ihnen auf ewig vergönnt wäre den Weg vom Messer zur Butter teilen können.
Ebenso verhält sich ein Morgen wenn alles erreicht, die Ruhe gebucht ist und das Herz noch im rechten Takte schlägt.
Einst durch eine Tanzaufforderung zusammengeführt und elendst gebannte Stunden auf eine Zeile um ein Wiedersehen zu genießen erwartet.
Die Wege schienen länger, die Bedeutungen tiefer, so als ob das Farbbild nun aus schwarz weiß, echt geworden war.

Mittwoch, 14. Juli 2010

und dann wurde es Zappenduster ,

jetzt mal ernsthaft, Dates sind nicht mehr als eine qualvolle Aneinanderreihung von Bewerbungsgesprächen, bei denen man sich in eine Dauerschleife von Vorstellrunden begibt, um nach 2- 5 Stunden zutiefst erzwungener Dialoge auseinander geht.
Dieses auseinander gehen endet meist mit einem „man hört sich dann“ oder auch gern schiefen Komplementierungen aus dem Lokal, Park, Bar oder anderen kurzzeitig besetzten Gegenden.
Wie bei einem Vorstellungsgespräch macht man sich Stunden über Stunden endlos Gedanken über das passende Outfit, mögliche Gesprächsthemen, ja wahlweise auch das Parfum.
Soll es dann tatsächlich passieren das die erste Runde eingeläutet wurde, so ist es eine Frage der Zeit bis der erste beider sich Treffenden k.o zu Boden geht.
Diese Zeit wird gekonnt durch das entweder Rekord-fest-umklammern eines Getränkes oder auch wahlweise das Auf-rauchen zweier Schachteln auf „ex“ überbrückt.
Nachdem dann auch die letzten nicht vorhandenen Freizeitaktivitäten ihren Austausch fanden und der Musikgeschmack für gänzlich gegensätzlich abgemacht wurde, bleibt die Herkunft und ein paar wie man doch selbst findet unübertreffliche Anekdoten seines Daseins zu schildern um wenigstens einen Lacher auf seiner Seite verbuchen zu können.
Wie auch bei einer neuen Arbeitsstelle sollte man sich gut verkaufen, immer lächeln und bestenfalls einen guten Eindruck hinterlassen.
Ist dies erfolgreich geschehen, besteht wenn auch nur eine geringe Chance auf ein wie ich es gern nenne: Probearbeiten.
Das zweite Date was entweder dazu dienen kann, sich besser darzustellen oder sich auch gerne den Eindruck seines verzweifelten Wesens gegenüber dessen Daseinsberechtigung in Fernseh-Jingles mitzusingen zu bestätigen.
Meistens bleibt das Probearbeiten eh aus, da eine Seite der Macht sich für eine neue Mobilfunktelefonnummer wahlweise einen Umzug in eine andere Stadt entschieden hat.
Wäre ich nun jedes Mal umgezogen müsste ich mich spätestens beim nächsten miesen Date auf den Mond schießen lassen, weil sonst einfach kein Platz übrig wäre wo ich noch hin könnte.

Bitterer Ernst und doch eine Erklärung für die vielen Suizide der Igel auf der Autobahn.